USA und Kanada

Karte USA und Kanada

Reiseinfos

Insgesamt waren wir drei Monate und 12‘741km in den USA unterwegs, wovon wir eine Woche in Kanada verbrachten. Dies mag lange erscheinen, war jedoch nicht annähernd genug, um all die Naturschönheiten am Weg richtig genießen zu können. Wir konnten zwar einige tolle Wanderungen und Nebenstraßen genießen, richtig lange an einem Ort bleiben war jedoch nicht drin. Dafür haben wir jetzt in Lateinamerika mehr Zeit. Im Folgenden ein paar Tipps für eine Individualreise mit dem eigenen Fahrzeug durch die USA.

Visum

Aufgrund des ESTA-Verfahrens ist es nicht möglich, die dreimonatige Aufenthaltserlaubnis in den USA durch eine Ausreise nach Kanada oder Mexiko zu verlängern. Es ist ebenso nicht möglich, ein Visum für einen längeren Aufenthalt zu beantragen, wenn man sich einmal im Land befindet. Möchte man mehr Zeit in den USA verbringen so kann man entweder auf dem Landweg von Kanada oder Mexiko aus einreisen (dann ist kein ESTA nötig) oder man beantragt ein Visum bei der US-Botschaft im Heimatland.

Krankenversicherung

Wir haben eine Familienreiseversicherung für unsere gesamte Reise bei STA-Travel (Versicherer ist die Hanse-Merkur) abgeschlossen, diese hatte im Vergleich zu anderen Anbietern das beste Preis- Leistungsverhältnis. Insbesondere sollte darauf geachtet werden, dass man keine hohen Selbstbehalte hat.

Fahrzeug

Die Verschiffung mit Seabridge und die Einfuhr in Baltimore waren kein Problem. Wir hatten noch weitere, teilweise deutlich günstigere Angebote, doch war es nur bei Seabridge möglich, das Auto voll bepackt zu verschiffen. Unsere Kabine war die ganze Zeit verschlossen und wir hatten die Schlüssel, nicht einmal der US-Zoll hat hineingeschaut. Dahingegen stand der Bremach mit steckendem Schlüssel auf dem Hafenparkplatz in Baltimore, wir hatten zuvor alle ausbaubaren Gegenstände entfernt und in die Kabine gepackt. In Baltimore haben wir den A1-Escortservice in Anspruch genommen (man darf nur mit Escortservice aufs Hafengelände), wir wurden bestens versorgt und es wurde exakt abgerechnet (diverse Extrafahrten aufgrund der Hafenmittagspause wurden gar nicht berechnet).

Wer sein Fahrzeug in die USA verschifft wird namentlich inklusive vollständiger Adresse und der Fahrgestellnummer des Fahrzeuges im Internet auffindbar. Die US Zollbehörden veröffentlichen diese Daten aus unerfindlichen Gründen. Um eine vertrauliche Behandlung der Daten zu erreichen, muss extra ein Antrag gestellt werden. Dieser Antrag kann nur mit einer US-Adresse (z.B. von Freunden) bearbeitet werden.

Unser BREMACH ist schon in Europa eine seltene Erscheinung, in den USA waren wir dann völlige Exoten. Wir wurden täglich auf unser Fahrzeug angesprochen (einige Male wurden wir sogar „verfolgt“ bis wir anhielten, um einige Fragen zu unserem Auto beantworten zu können) und bekamen viele Tipps, die wir sonst nie bekommen hätten. So wurden uns diverse Übernachtungsplätze, heiße Quellen, gute Restaurant und ein  spezieller asiatischer Supermarkt empfohlen. Manchmal war es zwar etwas anstrengend, die vielen Fragen zu beantworten, es wurde aber mit der Zeit Teil der täglichen Routine.

Die Versorgung mit Verbrauchsstoffen (Öle, Fette usw.) ist in den USA hervorragend, es gibt überall eine gute Auswahl. Metrisches Werkzeug ist eigentlich nicht zu bekommen, Ersatzteile sind vom Hersteller anhängig. Wir hatten eine größere Reparatur zu erledigen und hatten Glück, einen guten Mechaniker zu erwischen, der bereit war, zu improvisieren wo immer nötig. Das Tankstellennetz ist sehr dicht und auch die Versorgung mit Diesel ist kein Problem. Während unserer Reise kostete die Gallone zwischen 3,50$ und 4,50$, was umgerechnet circa einem Euro pro Liter entspricht.

Fahrzeugversicherung

Wir haben eine Versicherung bei Thum-Insurance abgeschlossen. Diese war nicht ganz billig und deckt keine Offroad-Schäden. Wir haben von anderen Reisenden erfahren, dass Progressive günstigere Versicherungen anbietet. Die europäische Versicherung deckt keine Länder außerhalb Europas ab und ist daher ungültig. Es ist wichtig, immer einen Versicherungsnachweis mitzuführen, unterwegs wurden wir allerdings nie kontrolliert oder von der Polizei angehalten.

Essen und Trinken

In den USA gibt es von Ost bis West und Nord bis Süd überall die gleichen Supermärkte mit demselben Angebot und denselben Preisen. Kleinere Abweichungen gibt es vor allem dann, wenn lokale Produkte angeboten werden. Vor allem am Anfang brauchten wir viel Zeit, um die teilweise obskuren Zutatenlisten zu studieren um Produkte zu kaufen, die nicht nur nach dem schmecken, was sie sein sollen, sondern auch das gewünschte Produkt in Reinform enthalten. Vor allem High-Fructose-Corn-Syrup und Farbstoffe aller Art sowie diverse Nahrungsergänzungsmittel machen es teilweise schwer oder gar unmöglich, gewisse Produkte (vor allem Brot und Säfte) in einer vertretbaren Form zu kaufen. Auch beim Fleisch gibt es große Unterschiede, sowohl preislich als auch geschmacklich. Wir haben, wenn immer möglich, nach WholeFoods-Märkten gesucht, da es hier gute Qualität zu kaufen gibt. Das Preisniveau bei den Lebensmitteln bewegt sich je nach Standard zwischen mittlerem deutschen und hohem schweizer Niveau. Generell bessert sich die Qualität, je weiter man nach Westen kommt.

Wein ist in den USA generell sehr teuer, dafür gibt es zahllose lokale Biere mit teilweise interessanten Geschmacksrichtungen – hier lohnt es sich, mal etwas mutig beim Einkaufen zu sein. Meistens gibt es auch einige gute Sonderangebote für die man die Augen offenhalten sollte. Beim Wasser muss man darauf achten, dass es „Springwater“ und nicht „Purified Water“ ist, außerdem gibt es auch hier diverse Wässer mit „gesunden“ Zutaten und anderen Überraschungen. In vielen Softdrinks ist Koffein, insbesondere mit Kindern sollte man da besonders gut drauf achten.

Kaffee und Tee gibt es überall zu kaufen, guten Kaffee bekommt man aber nur an der Westküste und in Kanada.

Fast-Food haben wir selten in Anspruch genommen, aber es gibt es überall und in allen Varianten. In Kalifornien können wir die IN-N-Out-Burger empfehlen, Taco Bell macht mit Abstand das schlechteste Essen was man sich vorstellen kann und Burger King und Mac Donalds sind wie in Europa. Insbesondere im Wilden Westen lohnt es sich, Burger in einem Restaurant zu essen – kein Vergleich zu dem, was man sonst als Burger serviert bekommt.

Nationalparks

In den USA gibt es viele, unglaublich schöne Nationalparks mit toller Natur und einer wilden Tierwelt. Wenn man mehrere Parks besuchen möchte lohnt sich der Kauf der Jahreskarte für 80$ pro Fahrzeug, man muss dann nirgends mehr Eintritt bezahlen. Die Karte gibt’s überall dort zu kaufen, wo sie auch gültig ist.

In den Parks gibt es oft gut beschilderte und ausgebaute Wanderungen und Spaziergänge, außerdem bekommt man bei den Infos gute und kompetente Beratung. Je nach Park muss man besondere Vorkehrungen wegen wilder Tiere treffen oder besondere Regeln bei längeren Wanderungen einhalten.

Klima

Wir waren in den Sommermonaten unterwegs und es war teilweise sehr warm. An der Ostküste ist das Klima sehr ähnlich wie in Mitteleuropa, allerdings wird es gerade in der Sonne sehr heiß und es kann auch recht feuchtwarm werden. In den Great Plains wurde es im Verlauf des Tages feuchtheiß, Nachmittags und Abends gab es dann große Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturm. Hier hatten wir die unangenehmsten Nächte der ganzen Zeit in den USA, da es weder richtig abkühlte noch trocken wurde. In den Rocky Mountains und den anderen Gebirgen im Westen wird es tagsüber recht warm (über 30°C), nachts kühlt es deutlich ab (<10°C). Wir waren hier froh, eine Standheizung und warme Kleider zu haben. An der Westküste gibt es im Sommer oft Nebel und eher kühle Temperaturen um die 20°, es wird es ein gutes Stück südlich von San Francisco wärmer. Dies liegt vor allem daran, dass das Wasser im Pazifik sehr kalt ist. Sobald man nur wenige Kilometer von der Küste wegfährt, wird es nebelfrei und heiß.

Reisen mit Kindern

Gerade in der Ferienzeit sind Schulen ein sehr guter Pausenplatz, da es hier in der Regel immer einen guten Spielplatz gibt. Auf den Campingplätzen sind immer Familien mit Kindern unterwegs, gerade in der Ferienzeit. Entlang der Straße gibt es oft Secondhand-Läden („Thrift-Store), eine gute Gelegenheit, neues Spielzeug zu kaufen oder Kleider zu ersetzen. Kinderfreundliche Strände gibt es gerade an der Westküste sehr wenige, das Wasser ist sehr kalt, die Wellen sind eher hoch und es hat oft starke, unangenehme Strömungen. Dafür gibt es viele tolle Sandstrände mit Muscheln und anderen Dingen, die das Meer so anschwemmt. Zum Baden mit Kindern sind vor allem die vielen Seen und die heißen Quellen gut und in manchen Flüssen gibt es auch überraschend gute Badestellen.

Übernachtungsplätze

Hier ist eine Karte mit allen unseren Übernachtungsplätzen in den USA und Kanada, hier ist Auflistung der einzelnen Plätze inklusive GPS Koordinaten, Kosten und Kommentaren und hier ist die zugehörige gpx-Datei zum Download.

Die US-Amerikaner sind ein großes Campervolk und dementsprechend gibt es zahllose Möglichkeit, zu campieren. RV-Parks bieten allen Service, sind aber auch recht teuer (über 25$). In State Parks gibt es oft auch Campingplätze, diese variieren von 15$ (Ostküste) bis 60$ (Kalifornien) und die Ausstattung schwankt zwischen nichts und warmen Duschen (der Preis ist kein Indikator für die Qualität des Platzes!). In den Nationalparks gibt es viele Plätze (10$-20$), allerdings sind diese in der Hochsaison (Juli, August) oft hoffnungslos überlaufen. Früh kommen (vor 9 Uhr) oder ganz früh im Jahr reservieren hilft manchmal. Ideal für uns waren die National Forests, hier gibt es einerseits gut ausgestatte Plätze zu günstigen Preisen (0$-15$), andererseits darf fast überall auch wild gecampt werden. Je nach Gegend gibt es dafür unterschiedliche Regeln, diese kann man bei jeder Rangerstation in Erfahrung bringen. Auf diese Weise haben wir oft die schönsten Übernachtungsplätze gefunden. Die Übernachtungsplätze zum Bezahlen sind fast immer mit Tischen und Bänken sowie einer Feuerstelle mit Rost ausgestattet, dafür gibt es eigentlich nirgends Waschbecken zum Abspülen. Wo auch immer man übernachtet muss man besonders auf die Tiere achten, die in der Gegend leben. Insbesondere in Gegenden, in denen Bären und Pumas leben sind besondere Vorsichtsmaßnahmen nötig. Im Zweifelsfall ist es besser, davon auszugehen, dass es wilde Tiere in der Umgebung gibt, als mitten in der Nacht unliebsamen Besuch zu bekommen.

Einzelbeiträge

USA

Kanada

Bildergalerien

2 Thoughts on “USA und Kanada

  1. Hallo Ihr Lieben,

    Das ist eine super Idee so ein kleines Reisewiki zu erstellen. Es gibt bereits eine große Plattform: http://www.wikitravel.org. Ein interessantes Projekt, nach dem selben Prinzip wie Wikipedia. Jeder darf mitlesen und jeder kann auch dazu beitragen. Das könnte für Euch vllt. interessant sein. Vllt. habt Ihr ja auch Lust, diese um Eure Erfahrungen zu ergänzen, oder auf Eure Infoseite zu verlinken.

    Viele liebe winterliche Grüße von der anderen Seite der Welt,

    Un umbrasso!

    Mr. China

    • Da hast du recht, und kennen tun wir das auch – nur braucht man dafür auch Zeit und davon haben wir nicht ganz so viel, unsere Website allein macht schon genug Arbeit. Wenn du willst darfst du unsere Daten gerne weiter verwerten.

      Liebe Grüße!

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