Entlang von Traumstränden und durch wilde Berge in den Süden

Kurz nachdem wir Baja Sur, den südlichen Teil der Halbinsel Baja California erreicht hatten, machten wir einen besonderen Abstecher nach San Francisco de la Sierra. Weit oberhalb der umliegenden Wüste lebten vor langer Zeit Menschen und verewigten Ihre Eindrücke in Form von Höhlenmalereien. Zum Glück war ein großer Teil der Strecke frisch asphaltiert und nur die letzten paar Kilometer führten uns entlang tiefer Canyons auf einer aussichtsreichen Piste in das verschlafene Dörfchen. Hier fanden wir nach einiger Rumfragerei die Registrier- und Führervergabestelle (man darf die Malereien nur mit einem Führer anschauen) und fuhren mit unserem fachkundigen Begleiter zu den Kunstwerken. In den Bergen um San Francisco gibt es über 600 Stellen, an denen Malereien gefunden wurden, die Gegend gilt als die beste der Welt, um derartige Relikte unserer Vorfahren zu sehen. Wir haben uns die einzige Stelle angeschaut, die ohne großen Aufwand erreichbar ist – für viele Höhlen muss ein mehrtägiger Eselsritt eingeplant werden.  Es war toll, die Malereien zu sehen, die trotz ihres Alters (10500-11000Jahre) noch immer an den Wänden leuchteten. Nach diesem beeindruckenden Erlebnis kamen wir das erste Mal in ein Wüstengewitter und sahen aus sicherer Entfernung, wie schnell sich kleine Gräben in Wildbäche verwandeln können. Unsere weitere Fahrt führte uns nach San Ignacio, einer grünen Palmenoase mit einer alten Steinkirche, da jedoch Regenzeit ist und die Wüste generell grüner als sonst ist, stach die Oase gar nicht so markant aus der Umgebung heraus.

Nach einer erholsamen Nacht auf einem Campingplatz in Mulegé mit einem großen Pool (sehr zur Freude der Kinder) ging es weiter in den Süden zur berühmten Bahía Concepción, einer tiefen Bucht mit türkisfarbenem Wasser und zahllosen Sandstränden. Das klare und flache Wasser war warm wie ein Badewanne und am Strand gab es schöne Palapas (Unterstände mit Palmblattdach) zum campen. Wir genossen die Ruhe am Strand und konnten beim Schnorcheln Krabben und Rochen sehen. Allerding kühlte es nachts nicht wirklich ab und die Luft wurde unglaublich feucht, so dass wir beschlossen, die Seite zu wechseln und an den Pazifik zu fahren. Über eine abwechslungsreiche Bergpiste, die vor allem zu Beginn etwas durch die Gewitter der vergangenen Tage mitgenommen war und entlang einsamer Bauernhöfe erreichten wir die weiten Pazifikstrände bei Las Barrancas und auch etwas Abkühlung – kühl sind mittlerweile Nachttemperaturen von unter 30°C. Zum Baden sind die Strände hier zwar nicht so geeignet, dafür kann man in der Brandung fliegende Fische und jagende Pelikane beobachten.

Ab hier begann eine endlose Ebene, die, je weiter wir in den Süden kamen, immer grüner wurde. Das erste Mal seit langem sehen wir wieder Ackerbau und einige niedrige Laubwälder. Um die Fahrt etwas abwechslungsreicher zu gestalten, machten wir einen Abstecher zu einer alten Phosphormine und kürzten die eintönige Fahrt auf dem Highway hier und da über nette, sandige Pisten ab. Die Suche der alten Mine gestaltete sich spannend, da unser erster Versuch wegen der völlig zugewucherten Piste scheiterte. Am Ende fanden wir sie dann mit einigen Tipps der einheimischen Bevölkerung doch noch, inmitten von Mangroven und Sanddünen. Entlang des Transpeninsular Highways gibt es dann bis La Paz nicht mehr viel zu sehen, so dass wir hier das erste Mal seit langem wieder einen richtigen Langstreckenfahrtag hatten. Vorbei an La Paz fuhren wir bis zum Punta Arena und übernachteten an einem tollen Sandstand mit einer wunderschönen Aussicht auf die Bahía California.

Während weite Teile Mexikos von schweren Unwettern getroffen wurden, sahen wir auf Baja keine Wolke. Aber wir hatten mitbekommen, dass ein großer Sturm drohte, der laut Wettervorhersage im Süden Bajas für reichlich Niederschlag sorgen würde. Daher machten wir uns auf die Suche nach einer sicheren Unterkunft für einige Tage. Aufgrund der Sturmwarnungen und des angekündigten Regens wurden bereits überall Sandsäcke gefüllt und Gräben ausgehoben. Da es auf hier sehr wenig regnet führen selbst mittlere Niederschläge zu großen Problemen, da das Wasser kaum im Boden versickert sondern schnell abfließt, insbesondere die Straßen werden arg in Mitleidenschaft gezogen. Die meisten Hotels waren aufgrund der Jahreszeit geschlossen und so fanden wir nach einigem Rumfragen Unterkunft bei einer Fischerfamilie, die im Nebenbau zwei Zimmer vermietet. Binnen kürzester Zeit waren wir voll in die Großfamilie integriert und hatten reichlich Gelegenheit, unser Spanisch zu verbessern. Und die Kinder konnten sich über Spielgefährten und neues Spielzeug freuen. Wir haben zugesehen, wie der frische Fang des Tages verkaufsbereit gemacht wird (ausnehmen und z.T. filetieren des Fisches) und bekamen ein großes Doradenfilet direkt in die Hand gedrückt, welches zum Abendessen herrlich geschmeckt hat.

Das erwartete Unwetter hat uns nie erreicht: noch während die Wellen in der ersten Nacht hoch auf den Strand schlugen, kam die Entwarnung, dass der Sturm abgedreht hatte. Wir bekamen, abgesehen von einigen wenigen Tropfen und einer etwas höheren Flut als normal, also nichts von den Unwettern mit. In La Ventana sind wir trotzdem einige Tage geblieben, da es uns so gut gefallen hat. Nun geht’s einmal um die Spitze Bajas rum, hin zu dem Touristenmekka Los Cabos. Wir sind gespannt, wie groß der Unterschied zum Rest der Halbinsel sein wird.

Hier ist unsere Bildergalerie:

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