Baja Nord – Kakteen, Pisten, Traumstrände und Menschenleere

In Tijuana trennt ein massiver Grenzzaun die USA von ihrem südlichen Nachbarn Mexiko. Gleich nach dem Grenzübertritt befinden wir uns in einer anderen Welt: die Straßen sind enger, Menschen laufen an den Autobahnen entlang und überqueren sie, alles ist staubiger und dreckiger. Nun hat das Reiseabenteuer so richtig begonnen! Wir fahren gleich bis nach Ensenada, um von dem als unsicher geltendem Grenzgebiet weg zu kommen.
Nach zwei Nächten an einem schönen Strand fühlen wir uns gut genug im neuen Land angekommen und fahren in die Wüste der 1700km langen Halbinsel Baja California. Die ersten Tage sind ir viel am Meer, wo wir Delfine gesehen haben und Max eine Vielzahl an Muscheln ausgegraben hat, die wir am Abend verspeisten. Weiter Inland sprießen Riesenkakteen und ihre Verwandten in allen Formen und Varianten überall aus dem Boden und wir kommen uns vor wie in einer Filmkulisse. In Bahia des Los Angeles können wir mit unseren spärlichen Spanischkenntnissen eine Bootstour mit Schnorcheln arrangieren. Ricardo fährt uns in der inselreichen Bucht herum und wir können erst mit Seehunden und dann mit den großen Walhaien schwimmen. Diese haben sich (solange man sie nicht anfasst) nicht von uns stören lassen und schwammen direkt bei uns mit weit geöffnetem Maul umher, um das Plankton aus dem Wasser zu fischen.
Nach diesem einzigartigen Erlebnis sind wir für einige Tage in die Einsamkeit verschwunden und haben fünf Tage keine geteerte Straße mehr gesehen: auf den Ralleystrecken (Baja 1000/500/200) des Hinterlandes haben wir uns bis nach Punta San Francisquito und dann weiter zurück auf den Highway 1 vorgearbeitet. Wir mussten die Luft aus den Reifen lassen und die Durchschnittsgeschwindigkeit auf etwa 20 km/h senken. Die Pistenverhältnisse schwankten zwischen hervorragend und gerade noch passierbar. Den Kindern hat es Spaß gemacht, vor allem die großen Hupfer und die Pfützen, von denen es nach den täglichen Gewittern einige gab. Max musste an einer Stelle sogar ein paar Kakteen mit der Machete bearbeiten, um genug Platz für uns zu schaffen. Wir sind äußerst zufrieden, wie der Bremach sich in diesem Gelände macht und auch in der Kabine bleibt alles da, wo es sein soll. Nach zwei Tagen auf Pisten in den bisher einsamsten Gebieten unserer Reise erreichen wir einen Traumstrand mit klarem, türkisfarbenem und angenehm kühlem Wasser, schönem grobkörnigem Sand und Wellen, die für die Kinder perfekt sind. Spontan bleiben wir für eine Nacht, da unsere Essensvorräte aber zu Neige gehen, können wir nicht noch länger bleiben. Wie an fast allen Campingplätzen, wirkt es auch hier verlassen: der Tourismusstrom aus den USA ist in den letzten Jahren drastisch eingebrochen und außerdem ist die Ferienzeit der Mexikaner gerade vorbei und die sonnenhungrigen Winterurlauber noch nicht da. Alles ist für viel mehr Leute ausgelegt, wird aber offensichtlich seit vielen Jahren nicht mehr genutzt, wirkt aufgegeben und verfällt. Aber selbst in ärmeren Gebieten wirken die Leute sehr glücklich mit dem, was sie haben. Die Mexikaner waren auch bisher ohne Ausnahme freundlich und hilfsbereit. Und gestern haben uns ein paar mexikanische Surfer ein leckeres Fischgericht zum Probieren vorbei gebracht, einfach so, ohne viele Worte.
Nach einigen Nächten bei über 30 Grad im Bremach haben wir uns an die hohen Temperaturen gewöhnt und empfinden 28 Grad Celsius Schlaftemperatur schon als äußerst angenehm. Sand und Staub haben wir als ständigen Begleiter akzeptiert und statt dem Sprung in den kalten Fluss oder See, gibt es nun das warme Meer. Der nördliche Teil Bajas ist nur spärlich besiedelt und das Einkaufen in den kleinen, dunklen Supermärkten ist ein starker Kontrast zu den konsumorientierten Riesengeschäften in den USA. Mittags essen wir statt selbstgemachten Sandwiches gerne die typischen Gerichte der Landsleute, gerade die Fisch Tacos haben es uns angetan.
Gestern sind wir wieder eine Zeitzone zurück gesprungen (nur noch 8 Stunden Unterschied zu Deutschland) und befinden uns nun in Baja Sur, dem südlichen Teil der Halbinsel. Die nächsten Tage werden wieder von Stränden und Meer geprägt sein, der Gegend entlang der Sea of Cortez eilt ein toller Ruf voraus.

Hier ist unsere Bildergalerie:

2 Thoughts on “Baja Nord – Kakteen, Pisten, Traumstrände und Menschenleere

  1. Oh Yeah,
    freue mich über weitere spannende Bericht welche ich voller Neid lese…
    Viel Spaß euch und liebe Grüße
    Marc aus Nordheim

  2. It was so fun to meet you in Bahia de los Angeles and to share our shower, water, and selves with you! We were looking for mention of our lovely meeting on your blog but missed it. But we know the memories we shared of us loving on your kids and you both, don’t we? What an incredible trip you’re taking and memories you’re making! God bless you all!

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