Regenzeit in Ecuador

Nach der lauten Nacht neben dem Jahrmarkt in Riobamba sind wir zur Freude der Kinder gleich die nächste Nacht wieder neben einigen Fahrgeschäften gelandet, diesmal in Baños. Dieser Ort ist für seine heißen Quellen bekannt, die wir trotz immer wiederkehrendem Regen natürlich auch besuchten. Da es Sonntag war, war das Bad diesmal weniger entspannend, doch dafür erlebten wir mittendrin und hautnah ein typisches ecuadorianisches Wochenendprogramm.
Im Regen lud uns die Stadt nicht zu mehr ein und wir zogen weiter gen Nordosten – wenn es schon so viel regnet, dann können wir auch gleich in den Regenwald. In Tena konnten wir beim Hostel Pakay Tours übernachten und auch gleich am nächsten Tag eine Exkursion in den Dschungel machen. Mit einem schmalen Motorboot fuhren wir den beeindruckend breiten und braunen Rio Napo, einem der großen Quellflüsse des Amazonas, flussabwärts und tiefer in den Urwald hinein. Auf einer Insel stellten Indianer verschiedene Arten von Tierfallen und eingelegte Tiere aus und wir durften sogar mal ein Blasrohr ausprobieren. Danach durften wir uns auf Reifen den Fluss hinab treiben lassen, was mitten in den trüben Unmengen an Wasser echt ein Erlebnis ist! Da man im Regenwald selten das Glück hat, viele Tiere in kurzer Zeit anzutreffen, sahen wir uns einige der ursprünglichen Einwohner im Amazoonico an. Dies ist eine Tierauffangstation für illegal gehaltene Wildtiere wie Papageien, Affen, Anacondas und sogar Jaguarundis und Ozelote. Leider können die meisten Tiere nicht mehr wieder in die Wildnis entlassen werden, das sie sich zu sehr an Menschen gewöhnt haben und diese immer wieder als Futterquelle aufsuchen oder auch weil sie von klein auf in Gefangenschaft waren und das Leben im Freien nicht kennen. Bevor sich unser Boot wieder mühsam gegen den Strom flussaufwärts kämpfte, sahen wir noch eine große Gruppe von Totenkopfäffchen in den Bäumen direkt am Fluss. Immerhin doch noch ein paar echte Ureinwohner!


Es folgten einige Fahrtage um nach Süden zu kommen, da uns nicht mehr viel Zeit in Ecuador blieb, bevor wir uns mit meiner Schwester Natalie in Peru treffen würden. Wir verbrachten nur eine Nacht in Cuenca, wo wir allerdings auf dem Markt endlich dazu kamen, Hornado zu probieren. Ähnlich wie Schweinebraten mit Knödel und sehr lecker! Auf der Weiterfahrt konnten wir dann beobachten, wie die Schweine schon morgens mit riesigen Bunsenbrennern außen angekokelt werden und dann über dem Feuer gebraten werden. In Vilcabamba konnten wir dann doch noch für ein paar Tage dem Regen entkommen. Dies hob die Stimmung bei allen Familienmitgliedern wieder und die Bar des wunderschön angelegten Hostels Izhcayluna war auch eine angenehme Abwechslung zu unserem üblichen Abendprogramm.
Um von Vilcabamba aus direkt nach Peru zu gelangen bleibt einem nichts anderes übrig, als der immer schlechter werdenden Straße in den Süden zu folgen, die in den Hang gefräst wurde. An vielen Stellen gab es größere und kleinere Erdrutsche und am Ende fragt man sich, ob diese Straße (mittlerweile eine Piste) nicht einfach im Nirgendwo endet. Nein, der Grenzübergang ist nach einer steilen Abfahrt zum Fluss hin erreicht und auf der peruanischen Seite leuchtet einem schon eine schöne, zweispurig asphaltierte Straße entgegen. Moment mal, sollte nicht Ecuador das reichere Land sein? Bevor wir uns die Straßenverhältnisse in Peru genauer ansehen konnten, mussten wir aber noch etwa drei lange Stunden in der prallen heißen Sonne auf der Grenzbrücke stehen, bevor Intranetprobleme des Zolls behoben waren und der Drucker endlich richtig eingestellt war und unsere Papiere fürs Auto ausspuckte. Die Schranke hob sich endlich für uns und wir freuen uns auf ein neues Land – Peru!

Auch dieses Mal haben wir wieder ein paar schöne Privatbilder von uns hochgeladen – die gibt’s hier anzuschauen.

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