Peru – Land und Leute

Es macht uns Spaß in Peru zu reisen! Zum einen ist die Landschaft abwechslungsreich und als bergliebende Menschen sind wir gefesselt von den hohen Gipfeln, zum anderen sind die Peruaner unheimlich nett, lebhaft und farbenfroh. Und da die Regenzeit vorbei ist, genießen wir es täglich, in den faszinierend blauen Andenhimmel zu blicken.

Die Peruanerinnen (im Norden) sind meist traditionell gekleidet und tragen mehrere Röcke übereinander, ein knalliges Oberteil und einen schönen hohen Hut, unter dem ihre langen Zöpfe hervorkommen. Zum Transport von Kindern und Waren binden sie sich ein knalliges Tuch auf den Rücken. Nicht selten wandert eine Peruanerin fleißig strickend oder Wolle spinnend mit ihrer Herde von Tieren herum. Die Menschen blicken auf, wenn wir vorbei fahren und einem freundlichen Winken folgt ein breites Lächeln auf dem Gesicht der Peruaner, insbesondere wenn sie unsere Kinder erblicken. Die häufigen „Gringo, Gringo!“ Rufe sind hier (anders als wir es in Mexiko erlebt haben) lieb gemeint.

Auf den Märkten geht es rege zu und wir suchen diese oft auf, da es kaum Supermärkte gibt und das Essen auf dem Markt meist sowieso frischer und preiswerter ist. Die Tiere, die später dort enden, begegnen uns oft auf der Straße als bunt zusammengemischte Herden von Kühen, Schweinen, Schafen und Ziegen, oft begleitet von Eseln, Pferden und Hunden. Auf dem Markt sieht man dann ganz direkt, von welchem Tier das Fleisch kommt und quasi jeder Teil des Tieres wird zum Verkauf angeboten (neben den üblichen Fleischsorten gibt es auch frisch geschlachtete Meerschweinchen mit Innereien). Manchmal nichts für schwache Nerven. Gleich Reinbeißen will man dagegen ins frische Obst und Gemüse. Immer wieder entdecken wir neue, uns bisher unbekannte, Obst- und Gemüsesorten und die frischen Säfte werden hier ohne Zucker zubereitet – lecker!

Da wir uns bisher hauptsächlich abseits der üblichen Routen für Touristen (und der auf Karten angegebenen Straßen) bewegt haben, mussten wir oft Kilometersteine als Orientierungshilfe zur Rate ziehen, Fahrspuren auf Pisten lesen und uns durch diverse Dörfer durchfragen. Schilder gibt es zwar auch ab und zu, aber selten an den kritischen Stellen. In keinem anderen Land sind wir so oft von Wartenden am Straßenrand gebeten worden, sie mitzunehmen. Der Verkehr ist meist recht entspannt und es gibt kaum Privatautos, hauptsächlich sind Sammeltaxis und erstaunlich viele Busse unterwegs. Wenn ich am Steuer sitze werden die Peruaner ganz aufgeregt – eine Frau, die einen LKW fährt ist hier eine Rarität! Beim Vorbeifahren wird mir hinterher gepfiffen, beim Wenden setzt (völlig unbegründete!) Panik ein, dass ich alles niedermähe.

Körperlich ist es bisher auch die herausforderndste Zeit unserer Reise, da wir uns in den letzten Wochen selten unter 4000m aufgehalten haben und fleißig gewandert sind. Dies bedeutet auch, dass wir die bisher kältesten Nächte im Bremach hatten, da unsere Standheizung trotz Anpassung diverser Werte in der dünnen Luft meist streikt. Warme Schlafsäcke und Familienkuscheln helfen!
Während wir im Norden noch häufig hörten, dass hier nichts passiere, haben touristischeren Gegenden einige Peruaner erzählt, dass es eben überall gute und schlechte Menschen gibt. Zum Glück sind uns bisher nur die ersteren begegnet – und wir hoffen, dass es so bleibt!

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