Oh wie schön ist Panama

Fast schon langweilig – wer weiß, für wie viele Reiseblogs dieser Buchtitel bereits herhalten musste. Bevor es nach Panama geht gibt es erstmal ein paar Bilder von unseren letzten Tagen in Costa Rica. Wir blieben an einem herrlichen, weißen Sandstrand mit reichlich behangenen Kokosnüssen und einem Korallenriff vor der Küste. Wir hatten echtes Robinson-Crusoe-Feeling, tranken fast ausschließlich Wasser aus eigens geernteten Kokosnüssen und bekamen nur tagsüber Besuch von ein paar Strandtouristen. Dazwischen genossen wir die Ruhe und die Abgeschiedenheit dieses wunderbaren Ortes (Privatbilder gibt’s hier). Es galt aber auch, einen Zeitplan zu verfolgen und so fuhren wir entlang endloser Bananenplantagen nach Panama.


Der Grenzübergang forderte seine üblichen Stunden und Dank der Lethargie des Tourismusbeamten durften wir nach den ersten 10km in Panama sogar nochmals umdrehen um die Touristensteuer fürs Auto zu zahlen. Aber alles halb so wild, daran sind wir ja mittlerweile gewöhnt.
Ein großer deutscher Reiseführerverlag für Individualreisende schreibt zu Panama und Reisen mit Kindern der Einfachheit halber, dass dies in Panama schlecht sei und deshalb davon abgeraten wird. War nicht der Titel eines Kinderbuches irgendwas mit Panama? Stimmt, und das Kinderbuch hat Recht – es ist schön und Kinder haben auch was davon. Aber alles der Reihe nach. Kaum in Panama gab es in der Provinz Bocas del Toro viel Regenwald zu sehen. Es sah so aus, wie ich mir das von Costa Rica erhofft hatte. Dichter, feuchter Regenwald bis an die Straße heran, dazwischen kleine Siedlungen und abenteuerliche Regenwaldpisten. Es war aber auch viel ärmer, als wir das bisher gesehen hatten. Die Menschen leben in dieser Gegend in einfachen Holzhütten, umgeben von etwas bewirtschaftetem Land, sofern das in dieser hügeligen Gegend möglich ist. Autos besitzt hier kaum jemand und so mussten wir beim Fahren nebst der vielen Kurven auch besonders auf Menschen und Nutztiere achten. Die asphaltierte Straße ist natürlich für alle der einfachste Weg, um vorwärts zu kommen. Da wir etwas strandgesättigt sind, verzichteten wir auf den Abstecher zum Bocas del Toro Atoll und fuhren über die kontinentale Wasserscheide in eine trockene, stark vom Menschen geprägte Gegend. Kein Regenwald mehr, kaum Bäume, dafür große, kahle Steppen. Was eben so übrigbleibt, wenn jahrhundertelang das Land „kultiviert“ wird. In der Nähe der Wasserscheide gibt es einen großen Stausee und ein neues, ziemlich großes Wasserkraftwerk. Ein Besuch desselben war aufgrund einer Revision leider nicht möglich, da half alles Zureden nichts – und der Wachmann hatte vermutlich die Weisung, niemanden reinzulassen. In Gualaca fanden wir als Alternativprogramm einen tollen Fluss zum Baden und Reinspringen und die heißen Quellen Caldera zwischen dort und Boquete direkt neben einem kühlen Fluss lohnten den Abstecher. Das hochgelobte Boquete vermochte uns dann nicht so zu überzeugen. Es war feucht, regnerisch und das Dorf selber wirkt ziemlich unstrukturiert und chaotisch. Ein kleiner, unscheinbarer Dorfkern ist dort umringt von Behausungen nordamerikanischer Auswanderer, die sich entlang der umliegenden Hänge ausdehnen. Wir versuchten, hier nochmals die schönen Quetzales zu sichten und fuhren tief in den Nebelwald. Es war jedoch so feucht, dass wir kaum hochschauen konnten und so gaben wir dieses Unterfangen recht schnell auf. Immerhin schnupperten unser Bremach und ich schonmal an den panamanischen Offroadpisten und wir konnten uns auf das Kommende einstellen.

Unser nächstes Ziel war der Strand bei Las Lajas, ein guter Ort für einen Zwischenstopp und ein weiterer, endloser Sandstrand. Das tolle hier ist, dass das Wasser unglaublich flach ist und sich Kinder hier richtig austoben können. Nebenbei ist der Strand natürlich wieder mal kilometerlang, palmengesäumt und es stehen überall schattenspendende Palapas herum – eben der ganz normale mittelamerikanische Strand. In Panama reisen die meisten Touristen entlang der Panamerikana relativ schnell durchs Land. Wir wollten noch etwas vom ursprünglicheren Land sehen und machten einen Abstecher auf die Peninsula Azuero. Dies ist eine sehr trockene Gegend und gleicht einer sehr hügeligen Savanne. Wir hatten einen Tipp bekommen, zum Playita Resort an der Spitze der Halbinsel zu fahren. Dies stellte sich dann aber als nicht so toll heraus, da der unfreundliche Besitzer 34$ nur fürs Campen wollte. Das war Rekord, so ein Angebot hatten wir seit Kalifornien nicht mehr bekommen. Wir lehnten natürlich dankend ab und machten kehrt. Weit kamen wir nicht, die Nachbarn Geoff und Caroline aus Australien fingen uns an der Straße ab und boten uns an, bei ihnen im Garten zu stehen – mit eigenem Bad, toller Terrasse und Strandzugang. Da blieben wir dann gleich eine Weile und genossen die Ruhe und den Strand und ich konnte unsere neue Angel erfolgreich einweihen. Von dort ging es dann relativ schnell in Richtung der Hauptstadt. Ein Abstecher in den Park El Copé brachte uns nochmals in den Nebelwald und unser Bremach durfte auf steilen Pisten die Berge erklimmen. Ziel war es, den Blick auf beide Ozeane zu haben, allerdings machte uns da der Nebel im Nebelwald einen Strich durch die Rechnung und wir sahen nur den Pazifik. Trotzdem ein spezielles Gefühl, zu wissen, dass man von hier die beiden größten Meere der Erde sehen kann. Wir wanderten ein wenig durch den schönen Wald und fuhren dann auf kleinen Sträßchen zurück auf den Highway.

Unser nächstes Ziel, El Valle, war nicht mehr weit. Auf unserer Karte war eine Abkürzung eingezeichnet und die nahmen wir natürlich. Wir fragten noch einen Anwohner, ob wir richtig seien und er meinte, klar, einfach geradeaus. Die Piste wurde bald schmaler, rauer und es ging steil hoch und runter. Wir fühlten uns wieder wie auf Baja – tiefe Gräben, steile Hänge, grobe Steine auf der Piste, kleine Gänge und Allrad. Wir kamen tatsächlich in El Valle an und hatten auch einige Kilometer gespart. Schneller war es auf keinen Fall, dafür aber abenteuerlich und landschaftlich sehr schön. In El Valle schauten wir uns den netten Zoo an, wo es viele Tiere aus der Umgebung zu sehen gibt. Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz fuhren wir einige Male durchs Dorf und wurden dabei wieder von einem Auswanderer abgefangen (diesmal von einem Amerikaner), der uns netterweise seinen Garten als Stellplatz anbot.

Auf der Fahrt nach Panama City kamen wir das erste Mal seit langem in einen Stau, es war Sonntagnachmittag und offenbar kehrten viele Wochenendausflügler zurück in die Stadt. Irgendwann kamen wir dann doch noch am Yachtclub an, wo man auf der Straße campieren kann und wir die Verschiffung vorbereiten konnten.
Die Tage in Panama City drehten sich dann ums Auto – Polizeiinspektion, neue Reifen, Erledigung des Papierkrams und so weiter. Wir nutzen die Gelegenheit und verbrachten viel Zeit in einer Supermall, suchten nach Kleidern, die es zu ersetzen galt und waren völlig von der gewaltigen Konsumwelt überwältigt. Einen Tag verbrachten wir noch am Kanal und schauten uns die Miraflores Schleusen und das Museum dort an. Wir sahen einige große Schiffe durch die Schleusen fahren, es war beeindruckend, diese gewaltigen Frachter in den engen Schleusen aus nächster Nähe zu sehen. Es ist kaum vorstellbar, wie viele Container alleine auf einem dieser Schiffe transportiert werden und wie viele Güter tagtäglich über die Weltmeere geschippert werden. Unsere letzte Nacht in unserem Auto in Mittelamerika verbrachten wir dann auf einer großen Mole, die den Panamakanal vom karibischen Meer trennt und hatten aus unserem Fenster eine unbezahlbare Aussicht auf die ein- und ausfahrenden Frachter, Tanker und Kreuzfahrtschiffe. Dann ging es zum Hafen nach Colon und wir trennten uns für einige Tage von unserem Heim – eine ganz neue Erfahrung, nach acht Monaten die Schlüssel abzugeben und das Auto im Hafengelände verschwinden zu sehen. Nun genießen wir die letzten Stunden in Panama, bevor es mit dem Flugzeug nach Cartagena und damit auf den nächsten Kontinent geht!

Privatbilder aus Panama gibt es hier.

One Thought on “Oh wie schön ist Panama

  1. Andreas PEISSER on Sonntag, der 23. Februar 2014 at 11:24 said:

    Alles gute auf dem neuen kontinent!
    Centro america adios
    Pura vida
    Mapatoclaya

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