Sierra, Sierra Ma-a-adre, Sierra, Sierra Madre Sur

Frisch erholt machten wir uns auf den Weg nach Oaxaca. Wir hatten das erste Mal seit langem einen Fahrtag geplant und wollten unserem Ziel möglichst nahe kommen. Gut, waren wir erholt – die Straße ging zuerst durch ein Überschwemmungsgebiet und war aufgrund der unendlich vielen Schlaglöcher nicht gerade die schnellste. Anschließend ging es entlang des Highways 175 in die Berge hinein. Diese Straße führt in ein tiefes Tal, um dann binnen einiger Kilometer von 150m über dem Meer auf 2950m emporzusteigen. Es geht aus dem Dschungel hinauf in große Tannenwälder und uns blieb der Atem weg – unglaublich Wetterstimmungen, eine einmalige Straßenanlage und zahllose Kurven, wir waren uns einig, diese Strecke war das bisherige Straßenhighlight unserer Reise. Immer wieder konnten wir Spuren gewaltiger Erdrutsche sehen und dennoch war die Straße durchgehend zweispurig befahrbar. Hier verrückt sich so mancher Maßstab, in Europa bewundern wir doch die Alpenstraßen als Kunstwerke – diese sind doch eher technische Meisterleistungen, es ist keine Kunst bei den vorhandenen finanziellen Mittel in Europa mal eben schnell eine Brücke oder einen Tunnel zu bauen. Hier hingegen kann man echte Straßenbaukunst bewundern. Keine Brücken, keine Tunnels, die Straße windet sich entlang natürlicher Schwachstellen stetig empor und umgeht geradezu spielend Gefahrenzonen und unüberwindbare Steilabbrüche. Schnell ist man natürlich nicht, zwischen den Kurven sucht man vergeblich nach Geraden und hin und wieder sind die Rampen so steil, dass wir uns über unsere kleinen Gänge freuten. Hin und wieder klebt ein kleines Dörfchen am Hang und die wenigen flachen Stellen werden landwirtschaftlich genutzt. Zum Abschluss des Tages fanden wir einen tollen Übernachtungslatz oben auf dem Berg und am nächsten Morgen konnten wir direkt eine kleine Wanderung entlang des Bergkammes machen. Die weitere Fahrt nach Oaxaca war nicht minder spektakulär und wir waren ganz froh, als wir dann doch mal keine Kurven mehr sahen und in Oaxaca ankamen.

Oaxaca ist eine große Marktstadt und umgeben von vielen indigenen Dörfern. Hier war mal wieder richtig was los, die Straßen voll mit Menschen und Märkte voller Kunsthandwerk, Essen und Gebrauchsgegenständen an jeder Ecke. Wir freuten uns über das gute Angebot, genossen leckeres Fleisch direkt vom Grill und suchten erfolgreich nach Souvenirs. Bereits einige Tage zuvor hatte uns eine französische-österreichische Familie per Email kontaktiert, ob wir uns zufällig treffen könnten – tatsächlich klappte es und wir zogen zu ihnen auf den Campingplatz. Wir lernten Carine, Andreas, Yan, Clara und Tobias kennen und verstanden und auf Anhieb sehr gut. Für die Kinder war es ganz toll, neue Spielgefährten zu haben und wir verbrachten zusammen eine super Zeit in Oaxaca. So gut, dass wir danach zusammen weiterreisten.

Auch in Oaxaca haben die Spanier ihre Spuren hinterlassen und die Stadt mit feudalen Kirchen geschmückt. Eine davon ist eine wahre Pracht – jeder Schnörkel, jedes Ornament ist konsequent mit Blattgold überzogen. Es wurde nie etwas weggenommen, der unglaubliche Reichtum der katholischen Kirche zu dieser Zeit wird hier in vollen Zügen ersichtlich. Neben der Kirche ist in einem prächtigen Museum neben diversen kirchlichen Exponaten vor allem eines zu sehen – der Schatz vom Monte Alban. Monte Alban ist eine ehemalige Inkastadt und liegt etwas oberhalb von Oaxaca auf einem schönen Berg mit einem weiten Blick über die Hochebene. Ausnahmsweise übersahen die imperialistischen Grabräuber hier eine Grabkammer und so blieb ein prächtiger Schatz erhalten, bis dieser Anfang des letzten Jahrhunderts von Archäologen gefunden und der Nachwelt zugänglich gemacht wurde. Wir erfreuten uns natürlich an den tollen Fundstücken und an der gelungenen Ausstellung, die neben vielen antiken Schätzen auch ausführliche Erklärungen und Hintergründe bietet.

Natürlich besuchten wir die große Inkastätte und waren von der Anlage sehr beeindruckt. Die Atmosphäre auf diesem Berg war so ruhig und friedlich, dass wir völlig die Zeit vergaßen und einige Stunden später vor allem von unseren grummelnden Mägen ans Mittagessen erinnert wurden. Mit vollen Mägen und mit vielen neuen Eindrücken machten wir uns auf den Weg in die wilde Sierra Madre Sur (die Straße ging dann genauso weiter wie sie nach Oaxaca hinführte) und kamen am nächsten Tag nach Playa Zipolite, wo wir nun an einem herrlichen Palmenstrand am wilden Pazifik das Meer, die Sonne und vor allem den Strand genießen.

Hier ist unsere Bildergalerie:

Und hier gibt es Privatbilder.

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