Los Cabos – die Südspitze Bajas

Nach unseren Tagen in La Ventana stand die Umrundung der Südspitze Bajas bevor – unter dem Namen Los Cabos als Rückzugsort für reiche Amerikaner und als Resortparadies bekannt. Zuvor hatten wir vor, das gesamte East Cape zu umrunden, da dies von besonderer Schönheit sein soll. Der erste Teil der Strecke stellte sich aber schnell als unbefahrbar heraus, zumindest wäre es aufgrund der zahlreichen tiefen Schlaglöcher und Regenspuren nicht besonders verantwortungsvoll gewesen. Nun wissen wir auch, was es heißt, wenn die Einheimischen eine Strecke als mittelmäßig befahrbar bezeichnen. So fuhren wir über einen größeren Umweg nach Los Barilles und kamen dort wieder auf die East Cape Route. Diese führt entlang zahlloser Traumstrände ums Cabo Pulmo und ums Cabo Este herum nach San Jose del Cabo. Wir nutzen natürlich die Gelegenheit und verbrachten zwei Nächte am Strand mit Aussicht auf weißen Sand und wunderbar blaues Wasser. Am Playa Los Arbolitos gibt es ein 1,5km langes Korallenriff direkt am Strand, entlang dem man Schnorcheln kann. Es gab wunderschöne, kleine und große, bunte und einfarbige Fische zu sehen. Mein Höhepunkt war die Begegnung mit einer großen Meeresschildkröte mitten in der Bucht, leider hat Tanja sie nicht mehr gefunden. Ich hatte wohl besonderes Glück, Einheimische meinten, man würde die Schildkröten eher nie zu sehen bekommen, vor allem nicht im Wasser.

Bereits kurz nach Los Bariles tauchten viele luxuriöse Anwesen aus dem Boden auf und spätestens als wir uns dem East Cape näherten, war alles voll davon. Interessanterweise wurde die Piste, je dichter die Häuser wurden, immer schlechter. Es machte fast den Eindruck, als ob kaum noch jemand hier her möchte. Bei genauerem Hinsehen steht dann vor fast jedem Anwesen ein Schild „Se Vende“, mit irgendeiner Bank oder Immobilienagentur als Verkäufer. Die Dächer sind bereits verrottet, die Fenster vernagelt und lediglich die Stacheldrahtzäune sind intakt und sprechen eine eigene Sprache. Es ist ein Masterplot der Immobilienkrise im Paradies, die einzigen bewohnten Unterkünfte sind die spärlichen Fischerhüttchen alle paar Kilometer, durch Wachdienste und noch höhere Zäune wird sichergestellt, dass die verlassenen Anwesen nicht von Einheimischen betreten werden. Es ist bedrückend, diese Zerstörung von Natur und Lebensraum zu sehen. Nichtsdestotrotz bleibt die Landschaft traumhaft und die Fahrt entlang der Küste führt von einem tollen Aussichtspunkt zum nächsten.

Zwischen San Jose de Cabo und Cabo San Lucas liegt der „Corridore Touristico“, ein breiter Highway entlang zahlloser Resorts und großer Hotelbauten. Das Wasser hat eine phantastische Farbe und die Strände sind weiß, aber es ist auch klar, dass das hier nicht mit dem Rest Bajas zu tun hat. Es ist eine der vielen stereotypen Touristendestinationen auf der Erde, die bekannten Hotelketten glänzen mit dem gewohnten Programm. Zwischen all den Hotels und Resorts gibt es aber auch noch einige Traumbuchten, Tanjas Geburtstag haben wir an einem super Schnorchelstrand mit tiefblauem Wasser und tropischen Fischen verbracht. Trotz tiefster Tiefsaison kamen diverse Funbootstouren mit lauter Musik zum Schwimmen vorbei und als die kleine Bucht dann voll war haben wir uns lieber einer großen Torte hingegeben. Nach fast vier Wochen war Los Cabos ein kleiner Ausflug zurück in die USA und raus aus der herben Natur Bajas, allerdings mit wärmerem Wasser als im Norden.

Nördlich von Cabos wird es sofort ruhig und alles ist wie zuvor. In El Pescadero haben wir uns ein Longboard ausgeliehen und uns an einem der Top Surfspots Bajas in die Wellen gewagt, das war richtiger Sport und abends waren wir ganz schön KO. In Todos Santos haben wir Elisabeth und Tim mit Familie besucht, wir hatten erst einen tollen Tag an einem Strand mit einmündenden Fluss, den wir sonst nie entdeckt hätten und einen schönen Abend zusammen. Noch eine kleine Fahrt nach La Paz, zwei Nächte am Traumstrand El Tecolote und dann war sie plötzlich vorbei, die Bajazeit. La Paz ist ein schönes, etwas verschlafenes Städtchen mit einer azurblauen Hafenbucht und einer sehr entspannten Atmosphäre. Die umliegenden Strände gehören zu den besten Mexikos und am Plaja Balandra sind wir mit Kajaks kreuz und quer durch die Bucht gepaddelt und haben über die vielen Blautöne des Wassers gestaunt.

Für die Fähre nach Mazatlan gibt es zwei Möglichkeiten – die Bajaferry und einen Frachter. Die Touristenfähre hat wohl tolle Lounges, Kabinen und so weiter. Der Frachter hat nichts dergleichen, dafür kostet es für die ganze Familie weniger als nur das Auto auf der anderen Fähre. Wir haben uns natürlich für den Frachter entschieden, Dank der ruhigen See konnten wir im Bremach schlafen (kaum zu glauben, dass man währen der Überfahrt aufs Autodeck darf – in Europa undenkbar) und das Essen an Bord war sogar ganz passabel. Beim Aufwachen sahen wir Delphinschwärme entlang des Schiffes und trotz einer ziemlichen Verspätung bei der Abfahrt kamen wir morgens recht früh an. Nach 16 Stunden auf der Fähre und fast 3000km auf Baja sind wir gut an der mexikanischen Pazifikküste gelandet!

Hier ist unsere Bildergalerie:

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