Kolonialstädte, Teil 1

Nach zwei angenehm kühlen Nächten mit nur wenigen Moskitos sind wir in die zweitgrößte Stadt Mexikos aufgebrochen, nach Guadalajara. Wir haben uns auf einem schönen grünen RV Park am Stadtrand eingenistet und sind mit dem Bus in die Stadt gefahren. Im Zentrum gibt es unzählige schöne große Gebäude und zahlreiche Plätze und Brunnen. Die Atmosphäre beim Herumlaufen war überraschend entspannt, das Busfahren dagegen eher aufregend.  Die Fahrer rasen durch die engen Einbahnstraßen und die Bushaltestellen sind nur an der Ansammlung an Leuten zu erkennen. Wenn man die Busfahrer nach der gewünschten Haltestelle fragt, schauen sie einen unsicher an, ob das denn auf ihrer Route liegt. Es erweckte bei uns den Eindruck, dass sie oft gar nicht wussten, in welchem Stadtteil sie eigentlich entlang fahren. Selbst bei der Touristeninformation hatten sie keinen Überblick über die verschiedenen Linien und Fahrziele. Wir haben unseren Weg mit genügend Menschenverstand dennoch immer gut gefunden.

Bildergalerie von Guadalajara:

Einen Besuch der nahegelegenen Stadt Tequila konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und dieser verdient sogar seinen eigenen Bericht. Anschließend sind wir nochmal für einen Tag nach Guadalajara, bevor es, ganz ungewohnt, weiter in den Norden nach Zacatecas ging. Zacatecas liegt 2500m hoch und ist eine alte Silberstadt mit vielen Kolonialbauten. Für die Kinder (und auch uns) gab es zahlreiche Highlights. Am ersten Tag besuchten wir die alte Silbermine „El Eden“, deren erstaunliche Reichhaltigkeit an Edelmetallen der Stadt zwischen 1586 und 1960 zu großem Wohlstand verhalf. Inzwischen beherbergt sie neben den alten Stollen ein Museum mit zahlreichen Edelsteinen aus der ganzen Welt und ein Teil der Mine dient am Wochenende als Diskothek. Anschließend sind wir mit der Seilbahn (Teleferico) von dem Hügel auf der einen Seite der Stadt zu dem etwas höher gelegenem Cerro de la Bufa auf der anderen Seite, von wo aus man einen ganz hervorragenden Blick auf die unzähligen eckigen Häuser und engen Gassen der Stadt hat. Am nächsten Tag haben wir eine Bustour gemacht und die Stadt weiter zu Fuss erkundet. Wir hatten großes Glück, denn zufällig war in der Woche das 12. Internationale Straßentheaterfestival und so konnten wir im schönen Abendlicht noch eine tolle artistische Aufführung ansehen, die auch für die Kinder ganz spannend war. Obwohl die Stadt mit dem Theater angeblich recht gut besucht war, haben wir davon nichts gemerkt. Sowohl beim Besuch in der Mine als auch bei der Busrundfahrt bekamen wir eine private Führung, da keine anderen Menschen dort waren. Auch auf dem Cerro de Bufo waren nur wenige Stände geöffnet und wir haben langsam den Eindruck, dass wir in Mexiko entweder immer zur Nebensaison unterwegs sind oder der Tourismus drastisch eingebrochen ist.

In den Straßen der Städte sprießen wahrhaftige Ficusbäume, die in Deutschland eher dafür bekannt sind, im Wohnzimmer zu stehen und Blätter zu verlieren. Kinderwägen oder Buggys sieht man nur selten, Babys werden immer auf dem Arm getragen und sind bei Temperaturen unter 25°C in eine warme Decke gehüllt und tragen Wollmützen auf dem Kopf. Kein Wunder, dass Mexikaner immer sagen, Deutschland wäre ihnen zu kalt. Während unsere Kinder noch in T-Shirts rumrennen, sind die kleinen Mexikaner schon in warme Winterjacken eingepackt.

Seit fast einer Woche sind wir nun schon in San Luis Potosi, wo wir uns bei Freunden einquartieren durften. Erst wollten wir nur ein paar Tage bleiben, aber unser Freund Robert hat uns einen Sprachkurs bei sich daheim organisieren können, wo Max und ich nun eine Woche lang 3 Stunden täglich Spanisch lernen. Die Kinder sind in der Zeit in einer KiTa untergebracht, was für sie ein ganz neues Erlebnis ist, bei dem sie gut mitmachen. Natürlich haben wir auch schon viel von der Stadt sehen dürfen, die sehr untouristisch und typisch mexikanisch ist. Ein ganz besonderes Erlebnis war diePulque Erfahrung am letzten Sonntag, über die ihr im gesonderten Bericht mehr erfahrt. Am kommenden Wochenende werden wir mit verbesserten Spanischkenntnissen wieder weiterziehen und uns noch mehr Städte ansehen.

Bildergalerie von Zacatecas:

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