Mexiko

Route Mexiko

Reiseinfos

Insgesamt waren wir dreieinhalb Monate und 9‘172km in Mexiko unterwegs. Im Folgenden ein paar Tipps für eine Individualreise mit dem eigenen Fahrzeug durch Mexiko.

Visum

Bei der Einreise nach Mexiko erhält man eine sechsmonatige Aufenthaltsgenehmigung. Wichtig ist es, dass man sich die sogenannte Touristenkarte besorgt, die gibt es bei der „Imigracion“. Diese Karte muss man gut aufbewahren und bei der Ausreise wieder abgeben. Es wird eine Touristensteuer von MX295 fällig, sofern diese bei der Einreise bezahlt wird, unbedingt die Quittung aufheben. Ansonsten wird diese bei der Ausreise erneut fällig.

Krankenversicherung

Wir haben eine Familienreiseversicherung für unsere gesamte Reise bei STA-Travel abgeschlossen, diese hatte im Vergleich zu anderen Anbietern das beste Preis- Leistungsverhältnis. Insbesondere sollte darauf geachtet werden, dass man keine hohen Selbstbehalte hat.

Fahrzeug

Die Fahrzeugeinfuhr in Mexiko verläuft völlig unspektakulär. Wir haben unser Auto erst beim Fährterminal in Pichilingue (La Paz) eingeführt, da in Tijuana keiner Lust dazu hatte. Hierzu muss man mit Fahrzeugbrief und internationaler Zulassung zum Banjercitoschalter und den Anweisungen der netten Dame folgen. Wohnmobile dürfen für zehn Jahre im Land bleiben, eine Kaution ist nicht fällig. Eine Bearbeitungsgebühr von ca. MX620 aber schon.

Unser BREMACH ist in Mexiko nicht mehr so arg aufgefallen, wie in den USA. In Mexiko fahren viele Pickups mit selbstgebauten Aufbauten herum, die optisch unserem Fahrzeug gar nicht so unähnlich sind. Wir haben unser Auto mit vielen bunten Aufklebern dekoriert, um etwas freundlicher zu wirken. Dies, und die große Aufschrift „Alemania“ an Front und Heck hat zu vielen interessierten Reaktionen bei anderen Leuten geführt. Im Unterschied zu den Autofragen in den USA waren die Leute aber vor allem an uns und unserer Reise interessiert.

Die Versorgung mit Verbrauchsstoffen (Öle, Fette usw.) ist in Mexiko gut, es gibt überall eine gute Auswahl. Öl für den Dieselmotor ist etwas schwieriger zu bekommen, aber spätestens in größeren Läden wird man fündig. Da das Öl sehr teuer ist lohnt es sich, dies bereits in den USA zu kaufen.  Diesel- und Ölfilter nimmt man am besten schon von daheim mit, um die gewünschte Qualität zu haben. In Mexiko muss man nehmen, was man bekommt. Ebenso sollte man sich bezüglich der Reifen informieren, ob und zu welchem Preis diese in Mexiko erhältlich sind. Metrisches Werkzeug ist eigentlich nicht zu bekommen, Ersatzteile sind vom Hersteller anhängig. In Mexiko sind US-amerikanische  Autos (Ford, Dodge, usw.) stark verbreitet, außerdem gibt es viele VW-Werkstätten.

Die mexikanischen Werkstätten sind unscheinbar, oft sind es alte Garagen in einem Hinterhof. Mit etwas Rumfragen findet man schnell einen guten Mechaniker. Hier werden wahre Wunder an Improvisation vollbracht, zu erstaunlich günstigen Preisen. Wir haben unsere Kabine neu lackieren lassen und diverse kleinere Reparaturen erledigen lassen, insgesamt war ein Mechaniker drei Tage die ganze Zeit an unserem Auto am werken. Es war am Ende nicht teurer als ein Ölwechsel beim Audivertragshändler. Das Tankstellennetz ist sehr dicht und auch die Versorgung mit Diesel ist kein Problem. Lediglich auf Baja California gibt es größere Abstände zwischen den Tankstellen. Während unserer Reise kostete der Liter ca. MX12,20, was umgerechnet circa 0,75 Euro pro Liter entspricht.

Autofahren

Der Straßenverkehr in Mexiko ist etwas anders, als wir das von Europa gewöhnt sind. Viele Verkehrsregeln werden als fakultativ angesehen und es wird viel nach Gefühl gefahren. Insbesondere Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote werden weitestgehend ignoriert. Auch eine doppelt durchgezogene Sicherheitslinie oder enge, unübersichtliche Kurven halten die Mexikaner nicht davon ab, mit hoher Geschwindigkeit zu überholen. Dementsprechend sieht man auch viele Kreuze am Straßenrand, Unfälle haben wir jedoch zum Glück keine erlebt. Andere Verkehrsregeln, wie beispielsweise Parkverbote, werden rigoros geahndet. Man muss sich ein bisschen bei den Einheimischen abschauen, was erlaubt ist und was nicht. Man muss sich auf eine defensive Fahrweise einstellen und mit allerlei Dingen wie zum Beispiel Tieren, Kindern, Verkäufern oder Bauarbeitern auf der Fahrbahn rechnen. Auch Radfahrer auf der Autobahn sind keine Seltenheit. Im Süden, in den Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas, stehen öfters „Spendensammler“ und Verkäufer an der Straße, die die Fahrbahn mit einer gespannten Leine blockieren. Wir haben gehört, dass es immer ratsam ist, eine Kleinigkeit zu kaufen oder etwas in den Sammelbecher zu werfen, um Problemen aus dem Weg zu gehen. Am besten, man sieht dies als kleine Maut an die lokale Bevölkerung.

All diese Hindernisse tauchen auch nachts auf und sind unbeleuchtet. Zusätzlich fahren wohl viele Mexikaner ohne Licht, um das Licht entgegenkommender Fahrzeug früher zu sehen oder um nicht den Gegenverkehr zu blenden. Weiterhin arbeiten nachts Schmuggel- und Drogenbanden auf den Straßen und es wird vor einer latenten Überfallgefahr gewarnt. Aus diesem Grunde sind wir nie nach 18 Uhr gefahren und haben versucht, bereits um 16Uhr einen Übernachtungsplatz zu finden. Von dieser Regel haben wir nie eine Ausnahme gemacht und hatten auch keine Probleme damit. Sonntagnachmittags ist der Verkehr sehr unberechenbar, da viele betrunken von Familienfeiern heimfahren. Am besten meidet man auch diese Zeit und sucht sich einen schönen Platz für die Nacht.

Das mit Abstand größte Übel auf mexikanischen Straßen sind aber die sogenannten Topes. Dies sind Geschwindigkeitsbrecher, die vor allem vor, in und nach Ortschaften, vor Kurven oder einfach mitten auf der Schnellstraße auf einer kilometerlangen Gerade auftauchen. Oft, aber nicht immer, sind diese beschildert. Die Bauweise dieser Topes ist teilweise recht rabiat, zum Teil sind einfach Rohre quer auf die Straße betoniert. Überfährt man diese nicht mit Schrittgeschwindigkeit (!) riskiert man erhebliche Schäden am Fahrzeug – ein Offroadfahrzeug in Heavy-Duty-Ausführung bewahrt einen vor de Schlimmsten. Sollte man Probleme haben, gibt es nach fast jedem Tope eine Werkstatt, ist ja klar. Topes lassen sich sehr gut daran erkennen, dass plötzlich Verkaufsstände am Straßenrand auftauchen. Die vielen Topes begrenzen die Tageskilometerleistung auch recht effektiv, mehr als 300km sind abseits der teuren Bezahlautobahnen kaum drin. Dank der Topes darf man auch nie die Konzentration verlieren, ansonsten macht das Auto einen weiten Sprung und die Insassen werden kräftig durchgeschüttelt. Die mautpflichtigen Autobahnen in Mexiko sind mit einem „D“ hinter der Straßennummer gekennzeichnet und teilweise sehr teuer. Man bezahlt auf manchen Strecken über 10€/100km! Dafür sind diese auch (fast) topefrei.

Trotz all dieser abenteuerlichen Hindernisse ist das Autofahren in Mexiko erstaunlich entspannend. Da viele ohne Versicherung unterwegs sind, wird jedem Rempler aus dem Weg gegangen. Rechthaberei und Besserwisserei sind völlig unbekannt und im Zweifelsfall wird sehr rücksichtsvoll miteinander umgegangen. Da wir ein recht großes Auto haben kam uns das „Recht des Stärkeren“ an vielen Kreuzungen auch etwas zu Gute und wir wurden gerne mal durchgewunken oder vorgelassen. Auf den Autobahnen ist eher weniger Verkehr und man kommt recht entspannt zum Ziel. Lediglich die Beschilderung lässt gelegentlich zu Wünschen übrig, dafür kommt man auch an Orte, die man sonst nie gesehen hätte.

Fahrzeugversicherung

Wir haben unterwegs in den USA einen kleinen Tipp bekommen. Der Reiseclub „Vagabundos del Mar“ bietet seinen Mitgliedern eine günstige Autoversicherung an. Wir haben eine einjährige Mitgliedschaft für US$ 35abgeschlossen und damit eine Haftpflichtversicherung mit sechsmonatiger Gültigkeit für US$127 bekommen. Wir haben zwar weder die Versicherung in Anspruch genommen noch sind die Papiere kontrolliert worden, da in Mexiko aber ca. 50% der Autofahrer ohne Versicherung umherfahren ist es im Zweifelsfall besser, versichert zu sein.

Essen und Trinken

Die mexikanische Küche wird vor allem von Tacos dominiert. Dies sind kleine Tortillas aus Meis oder Weizen, die mit Fleisch oder Fisch gefüllt und mit Salsas gewürzt werden. An Straßenständen sind diese erstaunlich günstig (ab MX4) und meist sehr lecker. Generell ist Essengehen sehr günstig, für 200 Pesos konnten wir die gesamte Familie inklusive Getränken mit einem feinen Nachtessen sattmachen. Wir haben immer nach Essensständen Ausschau gehalten, die gut besucht aussehen – hier lagen wir nie falsch. Das Essen an und für sich ist fast nie scharf, das kommt dann mit den Salsas. Hier ist Vorsicht geboten, die Farbe sagt oft nichts darüber aus, wie scharf es wird. Und es kann sehr scharf sein. Da alles meist frisch zubereitet wird ist das Essen sehr gesund und schmackhaft. Gesundheitliche Probleme wegen dem Essen hatten wir keine, nur beim Wasser muss man aufpassen.

Einkaufen ist kein Problem, lediglich auf Baja California gibt es eine begrenzte Auswahl und eher kleine, schmutzige Läden. In allen größeren Städten gibt es große Supermärkte im amerikanischen Stil mit einer großen Auswahl. Gerade frische Sachen sind saisonanhängig, man bekommt, was gerade aktuell ist. Das frischeste Essen kann man sich auf den vielen Märkten und an Straßenständen kaufen.

Als Trinkwasser sollte man nur „Agua Purificada“ verwenden. Dieses bekommt man in fast allen Läden in sogenannten „Garafons“, die man gegen Pfand behalten darf. Wir haben das Wasser immer im Laden in unsere Kanister umgefüllt, was kein Problem war. Am günstigsten ist das Wasser in den „Purificadas“ zu bekommen, dies sind kleine Wasserläden bei denen 20l oft für weniger als 10 Pesos verkauft werden. Hier muss man aber ein Gefäß mitbringen.

Sicherheit

Als wir aus den USA ausreisten hatten wir drei Monate Panikmache hinter uns – kaum ein Tag verging, an dem wir nicht darauf hingewiesen wurden, wie gefährlich es in Mexiko sei. Als Folge trifft man kaum Amerikaner in Mexiko, aber es gibt ja genug nette Mexikaner. Wir haben einige simple Regeln befolgt und sind damit problemlos gereist.

  • Nicht nachts fahren
  • Sicheren Übernachtungsplatz finden
  • Vor der Fahrt in abgelegene Gebiete bei Einheimischen informieren, ob es dort Probleme geben könnte
  • Auto in Städten auf bewachten Parkplätzen abstellen, keine Wertsachen offen rumliegen lassen
  • Nachts immer alle Sachen ins Auto räumen, nichts draußen stehen lassen (vor allem Schuhe!)
  • Bei Kontrollen auf der Straße immer nur Kopien, nie Originaldokumente verwenden. Dies ist legitim und wird von der Touristenpolizei empfohlen (wir sind jedoch nie kontrolliert worden).

Die Mexikaner waren immer sehr hilfsbereit und freundlich, wir hatten nie das Gefühl, übers Ohr gehauen zu werden. Die meisten negativen Meldungen über Mexiko stehen im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg, hält man sich von Drogen fern wird man davon jedoch nichts mitbekommen. Wir sind der Ansicht, dass die schlechte Medienberichterstattung über Mexiko dem Land schadet und fernab der Realität ist. Wie alle anderen Reisenden, die wir getroffen haben, haben auch wir nur gute Erfahrungen gemacht.

Ein größeres Risiko als Kriminelle stellen Moskitos dar, insbesondere an der nördlichen Pazifikküste und manchen Teilen des Dschungels übertragen diese Krankheiten. Mückendichte Kleidung, gutes Spray und Mückengitter stellen eine Lösung dar. Im Flachland von Veracruz gibt es viele Sandfliegen, diese hinterlassen tagelang sehr schmerzhafte Stiche. Gegen diese Fliegen helfen nur lange Kleider, die Sprays, die wir hatten, waren wirkungslos. Die Verwendung von Mückensprays ist so oder so begrenzt, da die Haut nach einiger Zeit empfindlich reagiert. Deshalb sind lange, helle Kleider die beste Lösung.

Klima

Wir waren im September auf Baja California, es war teilweise (zu) heiß und kühlte auch nachts manchmal nicht unter 30°C ab. Dafür hatte das Meer auch sehr angenehme Temperaturen. An der nördlichen Pazifikküste war es schwülheiß und sehr unangenehm. Im zentralen Bergland ist das Klima toll, tagsüber hat es sommerliche Temperaturen und nachts kühlt es stark ab. Eine warme Jacke muss auf jeden Fall ins Gepäck, ebenso wir guter Sonnenschutz. Die Regenzeit endet Ende November, danach ist es eigentlich trocken. Wir hatten wohl etwas Pech. Zwischen September und November ist Hurricanesaison, sowohl am Atlantik als auch am Pazifik sollte in dieser Zeit der Wetterbericht verfolgt werden und bei einem drohenden Sturm die Küste unbedingt verlassen werden. Es ist immer besser, weg von der Küste zu sein als zu versuchen, das Unwetter auszusitzen.

Reisetipps mit Kindern

Die Mexikaner sind ausgesprochen kinderfreundlich. Kinder sind die Könige und es wird alles gemacht, dass es der Familie gut ergeht. Für kleine Kinder sind alle Eintritte und Hotels gratis und es gibt überall Spielplätze, Kinder und Unterhaltung. Spielzeug und Kleidung ist in allen größeren Läden und auf den Märkten erhältlich. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es, dass alle die blonden Haare unserer Kinder anfassen wollten – dafür gabs dann oft ein nettes Gespräch und einige wertvolle Tipps. Vor allem in den Städten Mexikos ist es unüblich, Kinder frei rumrennen zu lassen, daher wird man schnell angesprochen, wenn die Kinder sich mal etwas weiter von den Eltern entfernen.

Am Meer ist besondere Vorsicht geboten, da es teilweise starke Strömungen gibt. Im Süden Mexikos gibt es viele klare Bäche und Seen die zum Baden einladen. Kleinkinder (insbesondere die Mädchen) sollten stets Badekleidung tragen, nur an einsamen Stränden kann man die nackig spielen lassen ohne negativ aufzufallen.

Übernachtungsplätze

Hier ist eine Karte mit allen unseren Übernachtungsplätzen in Mexiko, hier ist Auflistung der einzelnen Plätze inklusive GPS Koordinaten, Kosten und Kommentaren und hier steht die zugehörige gpx-Datei zum Download bereit.

In Mexiko erschien es uns wichtig, immer einen sicheren Übernachtungsplatz zu haben. In Städten und deren Einzugsgebiet gibt es fast immer Campingplätze, allerdings sollte man sich vorab informieren, wo diese sind. Schilder oder andere Hinweise gibt es in der Regel nicht und vor Ort kennt keiner diese Plätze. Auf dem Land fragt man sich am besten in kleineren Ortschaften durch, die Leute sind hier sehr hilfsbereit und zeigen einem die guten Schlafplätze bereitwillig. Weitere gute Plätze sind Parkplätze von Hotels, gegen ein kleines Entgelt darf man oft den Pool und die sanitären Einrichtungen verwenden.

In Städten darf man gelegentlich auch auf bewachten 24h-Parkplätzen campieren und wenn man nichts findet bleiben immer noch die PEMEX-Tankstellen, die sichere Stellplätze und oft sogar eine Dusche für die Lastwagenfahrer haben.

Gerade in Nationalparks oder an den weiten Stränden Bajas ist es kein Problem, an einem schönen Ort stehen zu bleiben und zu übernachten.

Einzelbeiträge

Bildergalerien

One Thought on “Mexiko

  1. Dear Robert & Carla and Kids,

    What a great blog to read. We are very interested because we (family with two young daughters) are planning our trip next year. (Canada-Argentina)

    Thanks a lot for all the relevant info!

    Where are you driving at this moment?

    regards,

    Oscar
    The Netherlands

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