Hauptstädte und Riesensteaks

Die letzten Tage in Südamerika waren eine gute Einstimmung auf Europa. Weite, grüne Felder mit vereinzelten Bäumen und das wechselhafte Frühlingswetter ließen fast Heimatgefühle aufkommen Sogar der Besuch uruguayischer Supermärkte erinnerte sehr an Europa, sowohl was deren Gestaltung als auch das Angebot betraf. Es hätte sogar importiertes Weizenbier aus Bayern gegeben, doch das bekommen wir ja bald frisch daheim. Uruguay ist sehr europäisch und daher ein gutes Land, um die Reise zu beenden. Wir schauten uns das alte Seeräubernest Colonia an, welches mit seinen alten, restaurierten Häusern und engen Gassen einen ganz besonderen Charme hat. Überhaupt wirkten die Dörfer entlang der Küste des Rio de la Plata sehr charmant, hatten sie einen ganz eigenen, teilweise leicht morbiden Stil. Irgendwie scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und auch die Menschen wirken mit ihren Mateteetassen äußerst entspannt.


Auf einem netten Campinglatz bei den schweizer Auswanderern Silvia und Heinz genossen wir nochmals ausgiebig das feine Rindfleisch vom Grill (zum Glück gab es den großen, überdachten Grill – uns ging nämlich in letzter Minute noch das Gas aus und es regnete in Strömen) und entrümpelten unseren Bremach. Es ist erstaunlich, das sich selbst auf so begrenztem Raum wie unserem Auto so viele Sachen ansammeln, die man eigentlich gar nicht braucht. Zum Abschluss unserer Autozeit wurde das Wetter richtig schön und wir hatten nochmals einen tollen Stellplatz auf einer Landzunge vor Montevideo, mit wunderschönen Sonnenauf und –untergängen und einer fantastischen Aussicht auf die Uferpromenade. In Montevideo gibt es einen alten Markt, der mittlerweile nur noch aus Grillrestaurants besteht und den wir gleich zweimal aufsuchten. Beim zweiten Mal wurden wir schon wie Stammgäste behandelt und zum Gruppenfoto vor dem Grill posiert. Nebenbei gab es natürlich was zu essen, feinstes Fleisch im Überfluss mit ein paar kleinen Beilagen.

Gut gesättigt vom vielen Fleisch gaben wir unseren Bremach in Montevideo am Hafen ab, ein überraschend und unkomplizierter Vorgang. Ich durfte sogar zusammen mit unserem Bremach auf das große Frachtschiff, was auch ein besonderes Erlebnis war. Sonst sieht man diese Ozeanriesen ja nur aus weiter Entfernung. Nun ganz ohne Auto begann eine andere Form des Reisens, die wir uns sehr angenehm gestaltet haben. Zuerst in ein nettes Hotel in Montevideo und danach ging es per Bus und Schnellboot nach Buenos Aires, über das angeblich größte Süßwasserdelta der Welt, außer braunem Wasser gab es auf dem kurzen Direktweg Colonia-Buenos Aires allerdings nicht viel zu sehen.

Unsere letzten Tage in Argentinien genossen wir dann in vollen Zügen – Zimmer mit Blick über die Stadt, Pool auf dem Hoteldach und jeden Tag mindestens ein leckeres argentinisches Riesensteak. Nebenbei nutzen wir den günstigen Peso aus, um unsere abgenutzte Kleidung zu ersetzen und schauten uns ein bisschen in dieser riesigen Stadt um. Es gibt in Buenos Aires so viel zu tun und zu sehen, dass uns unsere vier Tage viel zu kurz vorkamen und wir das tolle Flair dieser Stadt nur kurz genießen konnten. Und dann ging es zum Flughafen und ganz schnell die weite Strecke nach Deutschland zurück. Hasta Luego América, Willkommen in Europa!

Hier sind unsere Privatbilder aus Uruguay und hier aus Buenos Aires.

One Thought on “Hauptstädte und Riesensteaks

  1. Grüß Euch, herzlichen Dank für den tollen, sehr informativen Blog.

    Ich habe eine Frage an Euch, wie war die Einreise mit dem WoMO nach Uruguay, wurdet ihr gründlich kontrolliert oder ist das einfach. Wurden die Gegenstände im WoMO genau untersucht.

    Herzlichen Dank für Eure Antwort

    gerhard

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