Willkommen in El Salvador

Der Grenzübergang zwischen Guatemala und El Salvador stellte sich als überraschend einfach heraus. Wir hatten uns den kleinen Grenzübergang Angiatu ausgesucht, der abseits der großen Hauptrouten liegt und daher ziemlich ruhig ist. Es gab keinen Stau, keinen Stress und keine fleißigen Helfer, die sich unbedingt etwas dazuverdienen wollten. Geholfen hat sicherlich auch, dass es Sonntagnachmittag war. Bereits im Vorfeld hatten wir uns diverse Kopien aller wichtigen Dokumente anfertigen lassen und mussten so nur noch die guatemaltekische Ausfuhrbescheinigung kopieren lassen. Außer den vier Quetzales für die Kopien hat uns der gesamte Grenzübertritt nichts mehr gekostet! Nur das endlose Ausfüllen diverser Formulare von Hand dauerte seine Zeit und auch die Zollbeamten mussten diverse Formulare mehrfach beschriften. Trotzdem hatten wir nach weniger als zwei Stunden alles erledigt und durften nach El Salvador einreisen. El Salvador genießt nicht gerade einen besonders guten Ruf, die Geschichte des Landes ist gezeichnet von Krieg und Kriminalität, und wird daher von vielen Reisenden gemieden. Wir hatten aber auch einige andere Geschichten gehört und diese klangen recht verlockend. Kaum über der Grenze ging es mit den Überraschungen los – ein gewaltiger Sonnenuntergang mit Vulkanen am Horizont ließ das Land in unwirklichen Farben erstrahlen – was für eine Begrüßung. Das avisierte Hotel mit schönem Restaurant für die Nacht erwies sich dann als „Auto-Hotel“. Dies ist eine spezielle Art von Stundenhotel, die in ganz Zentralamerika in großer Dichte vorhanden sind. Hier können sich unverheiratete Pärchen für einige Stunden zurückziehen. Das funktioniert so, dass man mit dem Auto praktischerweise direkt in eine dem Zimmer zugehörige Garage fahren kann und keiner sieht, wer drin ist.

Naja, wir brauchten einen sicheren Platz für die Nacht und erklärten den überraschten Betreibern, dass hier früher auch schon Reisende übernachtet haben. Wir bekamen einen guten Stellplatz auf dem ehemaligen Restaurantparkplatz, Strom, kühles Bier und einen eigenen Wachhund. Die Nacht war ruhig, bis auf einmal erst eine Gans, dann ein Esel, anschließend ein Hahn und zu guter Letzt auch noch der hier wohnhafte Truthahn lauthals die Sonne herbeisehnten – wir wachten quasi im Zoo auf. Wir fuhren weiter gen Pazifik und machten in Santa Anna einen Stopp zum Einkaufen. Hier ereilte uns die nächste Überraschung, denn noch zwei Tage zuvor dachten wir, dass wir in ein völliges Entwicklungsland fahren. Eine gewaltige Mall mit einem vollen Parkplatz, volle Läden und sogar einer Eislaufbahn passend zur Weihnachtszeit. Es war wie in den USA und nach Supermarkt und Fast-Food mussten wir da schnell wieder aus. Man oh man, von wegen Moloch Santa Anna, wir waren hier fast auf US-Niveau einkaufen, nicht nur optisch sondern auch finanziell (El Salvador hat sogar den US Dollar als Währung). Weiter ging die Fahrt zur Ruta de las Flores, nota bene auf sehr guten Straßen, einer aussichtsreichen Strecke durch Kaffeeplantagen und entlang von Vulkanen durchs Hochland. Durch schön hergerichtete, kleine Dörfer und entlang vieler Kaffeeplantagen kamen wir an den Pazifik.

Einige private Bilder von der Ruta de las Flores könnt ihr euch hier anschauen.

Nun sind wir am Playa El Zonte, wo wir wieder uneingeschränkten Sonnenschein, warme Pazifikwellen und schwarze Sandstrände genießen. Nach den vielen regnerischen, trüben und feuchten Tagen der letzten Wochen tanken wir wieder richtig Sonne, bevor es wieder weiter gen Süden geht. Mehr vom Strand gibt’s dann im nächsten Bericht, ein paar Bilder als Abwechslung für die Augen vom europäischen Winter bekommt ihr aber schon jetzt.

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