Costa Alegre

Nach einer etwas langen Nacht auf der Fähre (es war laut, warm und hell) kamen wir an einem wunderschönen Sommermorgen in Mazatlan an. Ursprünglich wollten wir direkt weiter gen Süden fahren, doch wir halfen erstmal Jimmy aus Australien dabei, einen neuen Schlauch für sein Motorrad aufzutreiben. Wir hatten ihn auf dem Weg nach Pichilingue kennengelernt, er hatte einen Platten und schaffte es grade noch auf die Fähre. Er ist mit seinem Surfboard und einem Freund auf ähnlicher Route wie wir, aber mit weniger Zeit unterwegs. Wir lernten also die Altstadt von Mazatlan kennen, bevor es ungewohnt schnell auf der teuren Autobahn nach San Blas ging. Dies ist ein kleines Fischerdörfchen, das für seine guten Wellen und das entspannte Strandleben bekannt ist. Wir hatten vorher kein Bild im Kopf, was uns an der Küste für eine Landschaft erwarten würde –es war grün und wurde immer grüner, unzählige Schmetterlinge schwirrten umher und schließlich tauchten wir in einen echten Dschungel mit großen Bäumen, Lianen und Kokospalmen ein. Die letzten Kilometer an die Küste fuhren wir auf einer engen Straße durch einen regelrechten Baumtunnel.

In der Umgebung von San Blas gibt es Dschungel, Mangrovensümpfe und eine großartige Tierwelt. Die dominante Spezies der Region verfügt über Flügel und einen kleinen Stachel zur Belästigung anwesender Zweibeiner und vertrieb uns schnell wieder vom Strand. Auf dem Weiterweg nach Süden fanden wir eine Krokodilfarm entlang des Weges und staunten nicht schlecht als wir sahen, dass in den Küstengewässern bis zu 7m lange Flusskrokodile leben. In einem abgezäunten Teil des Flusses konnte man mit Hechten, Schildkröten und anderen Fischen zwischen Wurzeln und umgestürzten Bäumen schnorcheln. Und nebenbei hatten wir unser erstes Süßwasserbad seit langem. Ein bisschen weiter fanden wir einen tollen Übernachtungsplatz am Strand mit einem einmündenden Fluss, in der Bucht mit den längsten Wellen der Welt – vorausgesetzt, Wind und Strömung stimmen.

Wir schafften es nicht, länger an einem Ort zu verweilen, es war immer noch ziemlich warm und die Nächte waren nach wie vor heiß, feucht und vor dem Bremach schwirrten die Moskitos herum. Unser weiterer Weg nach Süden führte entlang zahlloser Resorts und Auswandererziele bis nach San Patricio de Melaque, einem typischen, mexikanischen Ferienort. Hier war typische Wochenendstimmung – laute Musik aus allen möglichen Quellen Tags und Nachts, betrunkene Mexikaner mit Sonnenbrand und ganztägige Party am Restauranttisch unterm Sonnenschirm. Zwischendurch wurde immer wieder mal Abkühlung im Meer gesucht, teils mit Badebekleidung und Teils mit den Klamotten, die man halt gerade anhat. Es war ein interessanter und erlebnisreicher Abschluss unserer Zeit an der Pazifikküste. Einsame, raue Traumstrände mit Kokospalmen im Norden, typische Resorts mit hohen Zäunen, bewaffneten Wachmännern und einer idealisierten Welt dazwischen und dann die wilde, unzugängliche Costa Alegre, mit steilen Bergen, abgelegenen Siedlungen und vereinzelt zugänglichen, wunderschönen Strandbuchten. Mal sehen, wann wir den Pazifik das nächste Mal zu Gesicht bekommen.

Passend zu üppigen Vegetation gibt es frische Mangos, Ananas, Kokosnüsse und so weiter –man kann sich das Obst einfach von einem vorbeifahrenden Pickup runterkaufen. Andere Sachen kann man sich an Ständen entlang der Straße kaufen. Meist kommen immer viele Stände hintereinander, die das Gleiche zum selben Preis verkaufen. Oft sind diese Stände an einem Tope angeordnet, so dass man so oder so drastisch abbremsen muss. Am nächsten Tope, einige Kilometer weiter, gibt es dann mehrerer Stände, die alle etwas anderes, aber davon dann wieder das Gleiche verkaufen. Die Logik dieses System haben wir bis jetzt nicht verstanden.

Unsere Sehnsucht nach einer kühlen, trockenen und moskitofreien Nacht wuchs und wuchs, so dass wir in Barra de Navidad die Küste verließen und an den größten See Mexikos fuhren.  Die Laguna de Chapala liegt auf 1600m Höhe, ein gutes Stück weg von der Küste auf dem Weg nach Guadalajara. Hier haben wir erstmal die Beine hochgelegt und das angenehmere Klima genossen. In den nächsten Tagen und Wochen schauen wir uns nun die Kolonialstädte im mexikanischen Bergland an.

Bildergalerie:

Hier ist noch eine Privatgalerie (mit dem üblichen Passwort – Freunde und Bekannte, die es noch nicht haben können es bei uns erfragen). Die erste Hälfte der Bilder ist noch von Baja, der Rest vom Festland.

One Thought on “Costa Alegre

  1. Arne Wendtland on Montag, der 14. Oktober 2013 at 03:13 said:

    Hallo Zusammen! Ich habe eine Frage bzgl. des Bremachs, da ich in Italien das gleiche Model erstanden habe wie Ihr. Wir wollen im nächsten Jahr für mindestens 6 Monate auf große Reise damit gehen. Auf der Suche nach Ausbaumöglichkeiten bin ich dann auf euren Block gestossen und hoffe Ihr könnt mir ein paar Tips geben, bzw. habt euch vielleicht mehrere Angebote eingeholt und könnt mir evtl. Informationen darüber geben. Wieso habt ihr euch für den Koffer von Ortec entschieden und wie seid ihr damit zufrieden? Ich denke das beste wäre, wenn ich euch mal irgendwie telefonisch erreichen könnte? Skype?
    Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

    Gruß
    Arne Wendtland (Landsberg a. Lech)

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