Belize

Auch wenn uns der Abschied von Mexiko nicht ganz leicht fiel, haben wir uns schon sehr auf unser nächstes Land gefreut: Belize! Ein kleines Land in dem viele ganz verschieden ethnische Gruppen friedlich zusammenleben und wo es Maya Ruinen, Traumstrände, Dschungel, eine reiche Tierwelt, Cave Tubing und noch mehr zu tun gibt. Nur leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Zum ersten Mal stecken wir seit Tagen richtig im Regen fest. Von mehreren Belizern haben wir gehört, dass sie sich nicht dran erinnert können, jemals so viel Niederschlag im Dezember gehabt zu haben. Das schlägt auch den Einwohnern gehörig auf die Laune.

Angefangen hat alles eigentlich ganz gut. Der Grenzübergang verlief fast problemlos. Nur bei den Mexikanern mussten wir nochmal eine Gebühr bezahlen, die wir schon bei der Einreise beglichen haben, aber leider fehlte uns nach dreieinhalb Monaten der Beleg dafür. Nach Belize dürfen kein Obst, Gemüse, Alkohol und auch keine Milchprodukte eingeführt werden, daher hatten wir unseren Kühlschrank am Tag zuvor gut geleert. Der Beamte hat aber, während er munter auf dem Handy redete, nur einen kurzen Blick ins Fahrzeug geworfen und das Erste-Hilfe-Set inspiziert und uns dann durchgewunken. Da es schon spät war haben wir uns gleich bei der Grenzstadt Corozal ein Plätzchen für die Nacht gesucht. An der Strandpromenade haben wir zur Freude der Kinder einen ausgezeichneten Parkplatz direkt neben einem Spielplatz gefunden. Wie sich später rausstellte, war der Platz perfekt gelegen, weil abends gleich um die Ecke auch noch ein Dorffest stattfand. Und so erlebten wir an unserem ersten Abend in Belize genau das, was wir von Mexiko erwartet, aber niemals gesehen haben: eine Fiesta mit lauter Musik, Essenständen, Leuten überall auf der Straße und mit Kindern bis spät in der Nacht auf dem Spielplatz. Wir kamen schnell mit den Menschen ins Gespräch und waren fasziniert davon, wie hier jeder mindestens zweisprachig zu sein scheint. In Belize gibt es u.a. Mayas, Mestizen, Garifuna, Kreolen, Mennoniten und alle sprechen eine andere Sprache, wobei Englisch die meistgesprochene davon ist.

Am nächsten Tag holte uns aber das schlechte Wetter ein. Auf die Bootstour zu der Dschungelruine Lamanai hatten wir keine Lust, da mehrere Stunden auf dem Boot im Nieselregen sicherlich weder für uns noch die Kinder spannend wären. Also sind wir gleich weiter zum „Community Baboon Sanctuary“, wo sich schwarze Brüllaffen in einen geschützten Regenwaldbereich ausbreiten dürfen. Nach einem kurzen Spaziergang über die Straße und in den Dschungel hinein, hatte unser Führer eine Brüllaffenfamilie ausfindig gemacht. Ich durfte mich mit Robert auf dem Arm so hinstellen, dass eine Affenmutter mit ihrem einmonatige Baby, das sich an ihren Bauch klammerte, sich auf meine Schulter abstützte, um etwas Bananenschale genüsslich zu verspeisen (den Rest der Banane hatten unsere beiden kleinen Äffchen schon vorher vertilgt). Carla wollte mutig auch einen Affen füttern und hat dann doch im letzten Moment ihre Hand weggezogen. Das fand der Affe gar nicht lustig und hat sie an den Haaren gezogen, was dann dazu führte, dass Carla ihren inneren Brüllaffen auspackte. Robert hatte in der Zwischenzeit genug von den Mücken und so waren zumindest die Kinder froh, als wir uns schon kurz darauf wieder auf dem Heimweg machten. Max (der nichtmal dazu kam, einen Affen zu füttern) und ich waren etwas enttäuscht, sollte die Tour doch angeblich eine Stunde dauern, inklusive eingehender Erläuterungen zu den Affen und der Umgebung. Unser Führer war aber ganz offensichtlich aufgrund des Wetters nicht zu mehr ambitioniert. Da es noch früh am Tag war, haben wir doch nicht dort übernachtet, sondern sind weiter in den Süden gefahren. An unserem Übernachtungsplatz gab es zum Glück eine überdachte Picknickbank. Allerdings wurden wir in dem Zeitraum, in dem es mal nicht regnete, ganz fies von Sandfliegen und Mücken zerstochen obwohl wir versucht hatten, uns mit Kleidung und Spray bestmöglich zu schützen.

Da es am nächsten Tag grad weiterging mit dem Regen und die Preise für Ausländer so unverschämt hoch waren, haben wir uns ein weiteres angebliches Highlight, den Belize Zoo auch gespart. So ganz langsam ging unsere Laune auch den Bach runter. Immerhin hat der sogenannte Coastal Highway, der eigentlich eine Piste ist, im Dauerregen viel Spaß gemacht. Die Kinder haben sich gefreut, ständig Wasser in verschiedenen Rottönen am Fenster vorbeispritzen zu sehen. In Dangriga angekommen haben wir nach einem ganz leckeren Mittagessen die Stadt ein wenig sehen können, da es tatsächlich zwischendrin mal mit dem Regen aufhörte. Eine Tour in der landesbekannten Fabrik für scharfe Soßen war uns jedoch nicht vergönnt, da die Besitzerin ganz klar keine Lust darauf hatte (jaja, das Wetter drück bei allen die Stimmung). Ein Ausflug zu den wunderschönen Sandstränden der Cayes, wo wir uns gerne ein paar Tage Urlaub gegönnt hätten, fiel aufgrund der niederschlagsreichen Prognosen in den Wettervorhersagen auch aus. Was blieb uns übrig, wir zogen schon wieder weiter, diesmal ins höher gelegene Inland. Immerhin bietet die angeblich schönste Straße von Belize, der Hummingbird Highway, auch bei Regen schöne Aussichten. Am Blue Hole National Park machten wir eine Wanderung zu einer großen Höhle, durch die auch ein Fluss fließt. Als wir uns auf dem Weg zurück zum Bremach machen wollten, fing aber gerade ein starker Regenguss an. Und so schmiegten wir vier uns unter einen Baum und suchten Schutz unter unserem kleinen Regenschirm, bis es klar war, dass der Schauer nicht von kurzer Dauer sein wird, das Tageslicht aber schon. So ein Regenguß mitten im Regenwald ist schon auch ein Erlebnis und wir haben uns dieses fast bis unter die Haut gehen lassen.

In den Bergen gibt es zahlreiche Höhlen, durch die man sich wohl wundervoll auf einem Reifen treiben lassen kann (cave tubing), nur leider fiel das wegen Hochwasser aus. Und auch die Cenote „Blue Hole“ war mit reichlich grün-braunem Wasser statt klarem blauen gefüllt. Aus den Regenschauern war inzwischen Dauerregen geworden und wir sind schließlich nach einem kurzen Stopp in der Hauptstadt Belmopan nach San Ignacio gefahren. Dort hörte der Regen doch tatsächlich mal auf und wir konnten durch die nette kleine Stadt flanieren und sind sogar übermütig geworden und haben uns auf die Piste zu der Ruine El Pilar gemacht. Doch, wie kann es anders sein, der Regen holte uns wieder ein und irgendwann wurde die Piste so schlammig, dass wir beschlossen umzukehren und einen Platz für die Nacht zu suchen.

Nass, nasser, am nässesten – so war Belize für uns. Morgen werden wir weiter nach Guatemala fahren und haben das Gefühl, dem Land mit unserem Kurzbesuch nicht gerecht geworden zu sein. Belize hat so viel zu bieten, aber schon seit Wochen andauernder Regen hat die Möglichkeiten eingeschränkt. Uns hat es gefallen, wie Multi-Kulti das Land ist und wie freundlich uns die Menschen begegnet sind. Und ganz besonders cool waren die Fahrräder, auf denen viele Belizer lässig durch die Straßen kurven (vor allem wenn es nicht regnet).

Und hier am Schluss wie immer noch ein paar Privatbilder.

3 Thoughts on “Belize

  1. Hallo ihr 4,

    ich hoffe nach dem Regen in Belize habt ihr jetzt als Ausgleich ein wunderbares Weihnachten und erholsame Feiertage.
    Ich freue mich immer eure Berichte zu lesen. Man fühlt sich im Reisegeiste sehr verbunden.

    Die besten Weihnachtsreisegrüße
    Tilmann

  2. I told you, it’s raining a lot in Belize! And you have gone one the costal track south Belize city! Just where i get overfloaded.
    Take care of you…
    Merry Christmass from San Miguel, with Franz and Brigitte.
    Marc

  3. Carine und Andreas on Mittwoch, der 18. Dezember 2013 at 10:52 said:

    Wir sind heute noch im Baboon Sanctuary, wo wir uebernachtet haben : tolle erlebnis !! Es regnet nicht mehr so viel, wie vor ein Paar tage, so haben wir es nicht so eilig.
    Vieilleicht sehen wir uns noch in Tikal ? Wir denken, wir sind dort zu Weinachten.
    Liebe Gruesse
    Carine

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